Unternehmen, die neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickeln, stehen vor einer zentralen Herausforderung: F&E-Projekte binden Kapital, ohne kurzfristig Umsatz zu erzeugen. Das ProFIT-Programm der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) setzt hier an — mit einer der höchsten Förderquoten, die ein KMU in Deutschland beantragen kann.
Was ist ProFIT Brandenburg?
ProFIT steht für "Förderung von Forschung, Innovationen und Technologien". Das Programm richtet sich an KMUs und Forschungseinrichtungen in Brandenburg, die Vorhaben der industriellen Forschung, experimentellen Entwicklung oder Prozessinnovation durchführen. Es kombiniert nicht rückzahlbare Zuschüsse mit zinsgünstigen Darlehen — beides in erheblicher Höhe.
Förderquoten nach Projekttyp
Wer ist antragsberechtigt?
- →KMU nach EU-Definition (< 250 Mitarbeiter, ≤ €50 Mio. Umsatz oder ≤ €43 Mio. Bilanzsumme)
- →Betriebssitz oder Betriebsstätte in Brandenburg
- →Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen
- →Keine Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten
- →Kooperationsvorhaben mit Forschungseinrichtungen werden bevorzugt behandelt
Was wird gefördert?
ProFIT fördert das gesamte Spektrum anwendungsnaher Forschung: von der Machbarkeitsstudie für eine neue Technologie über den Prototypenbau bis zur Pilotanlage für ein neues Fertigungsverfahren. Im Unterschied zu BIG-Digital geht es nicht um die Einführung bestehender Technologien, sondern um die Entwicklung von etwas Neuem.
- →Personalkosten für F&E-Mitarbeiter (direkte Projektzeit)
- →Externe Forschungs- und Beratungsleistungen
- →Prototypen, Versuchsanlagen, Testinfrastruktur
- →Patentanmeldungen und IP-Schutz
- →Lizenzen für Forschungszwecke (keine kommerziellen Anwendungen)
- →Kooperationskosten mit Hochschulen und Forschungsinstituten
Der Antragsweg
ProFIT-Anträge werden über das ILB-Kundenportal eingereicht. Kernstück ist der technisch-wirtschaftliche Projektplan — ein Dokument, das das Vorhaben, den Stand der Technik, die geplanten Arbeitspakete, den Verwertungsplan und das Budget detailliert beschreibt. Anders als bei BIG-Digital gibt es keine standardisierte Vorhabenbeschreibung: der Antrag wird individuell geprüft.
- →Schritt 1: Beratungsgespräch mit der ILB (empfohlen vor Antragstellung)
- →Schritt 2: Projektplan erstellen (Arbeitspakete, Meilensteine, Budget)
- →Schritt 3: Antrag über ILB-Portal einreichen
- →Schritt 4: Technische und wirtschaftliche Prüfung durch ILB-Gutachter
- →Schritt 5: Zuwendungsbescheid — erst dann dürfen Kosten entstehen
- →Schritt 6: Projektdurchführung mit Zwischenberichten
- →Schritt 7: Verwendungsnachweis nach Projektabschluss
Häufige Fehler bei ProFIT-Anträgen
- →Vorhaben ist zu nah an der Markteinführung — ProFIT fördert Forschung, nicht Marketing
- →Kein klarer Stand-der-Technik-Abschnitt im Projektplan
- →Personalkosten zu pauschal angesetzt (Stundenaufzeichnungen werden geprüft)
- →Vorzeitiger Maßnahmenbeginn vor Bescheid: führt zur vollständigen Ablehnung
- →Fehlende Verwertungsstrategie — ILB will wissen, wie das Ergebnis kommerzialisiert wird